Wintersportschule Oberallgäu

Die Geschichte der Skischule Ofterschwang

undefined Toni Karg

Es war einmal ein junger Mann, Franz Tröndle. Er fuhr in den 30er Jahren für sein Leben gerne Ski und war ein richtiges "Urvieh", wenn Sie wissen, was ich meine. Schon 1932 unterrichtete er „Preußen“ und Einheimische in der Kunst des Skifahrens. Franz Tröndle gilt als Urvater der Skilehrer in Ofterschwang. Kein Lift, keine Pistenwalze, keine Hightech-Ausrüstung – nur Natur, Stille und eine eher bescheidene Ausrüstung. Holzskier, wie sie heute im Museum stehen, Lederschuhe, Schafwolle von Kopf bis Fuß und eine rote Zipfelmütze, so muss man sich Franzl vorstellen. Mit einem Lausbubenlachen und glänzenden Augen blickte er aus dem Fenster, wenn es nachts richtig geschneit hatte. Dann boten sich grenzenlose Pulverschneehänge an und er war stolz, diese als Erster zu befahren.

Für einen Skilehrer wie den Franzl hatte das aber auch eine Menge Arbeit zur Folge. Bei klirrender Kälte musste er zuerst eine Piste treten, um den Anfängern das Pflugfahren zu erleichtern. Kam dann aber die Sonne über den Berg und die Schneekristalle glitzerten wie Diamanten, dann hielt ihn nichts mehr im Tal – er folgte dem Ruf des Ofterschwanger Horns.

Nach einem deftigen Frühstück unterrichtete er zuerst die Anfänger. Vertrauen aufbauen, ein gutes Lernklima schaffen, Ängste abbauen, Skitechnik vermitteln. So gelangen den Schülern schon bald die ersten Schritte und Gleitfahrten auf den ungewöhnlich verlängert Füßen.



War das geschafft, schulterten alle die Skier und sie stiegen in Serpentinen von der Alpe Eck Richtung Ofterschwanger Horn. Der Schweiß tropfte in den frischen Schnee, die unter der Zipfelmütze herausdrängenden Haare gefroren in der kalten Luft. Aber alle Anstrengung war vergessen, sobald die Gruppe am Gipfel ankam. Belohnt von einem ergreifenden Bergpanorama vom Rubihorn bis zu Wilden Kaiser und einer zünftigen Brotzeit gab Franz Tipps zur lang ersehnten Tiefschneeabfahrt der unberührten Hänge am Ofterschwanger Horn.

Nach diesem Genuss traf sich der Franzl mit seiner Gruppe zum zünftigen „Hock“ mit Zither oder Quetschen und es wurde bis in die Nacht hinein gefeiert, gesungen und die tollsten Geschichten erzählt. Skilehrerlatein eben. Auch schüttete der eine oder andere dem Franzl unter dem Siegel der Verschwiegenheit sein Herz aus. Also war der Franzl Beichtvater, Psychologe und Ratgeber in allen Lebenslagen.

Die Entwicklung des Skilehrerwesens allgemein und in Ofterschwang war nicht mehr aufzuhalten. Beim internationalen Skischulkongress in Zürs 1951 strebten die Alpenstaaten eine einheitliche Skitechnik aller Mitteleuropäischen Skischulen an. Ein erster Skilehrerplan wurde herausgegeben. Der Aufschwung begann.

Albert Roth übernahm das Zepter in Ofterschwang und leitete seit 1954 gemeinsam mit Sepp Mayr die kleine Gruppe von Skilehrern. Erst 1968, mit dem Bau der Liftanlagen in Ofterschwang, gründeten die beiden offiziell die Skischule Ofterschwang. Die Leitung hatte Sepp Mayr inne.

Somit blickt Toni Karg, der die Skischule von Sepp Mayr übernahm, auf eine 40-jährige Tradition zurück. Nimmt man die Anfänge von Franz Tröndle dazu, blickt die Skischule Ofterschwang auf eine 76-jährige Skilehrertradition zurück und ist die wahrscheinlich älteste Skischule im Allgäu.

Heute hat der Skischulunternehmer Toni Karg ähnliche Aufgaben wie der Franzl oder der Sepp. Es fühlt sich zwar anders an, aber mindestens genauso gut.

Skischulbüro Ofterschwang
Panoramaweg 7
87527 Ofterschwang

Telefon: 08321/7882933
Fax: 0831/6971126
Hotline: 0171/3080660
E-Mail: info@skischule-ofterschwang.de

Öffnungszeiten: 08:00 - 17:00 Uhr (auch an Sonn- & Feiertagen)

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